Foto: © Busy Shutters

Wenn’s um die Wurst geht: Wilczek & Pinzini

Wolfgang Wilczek und Rinalda Pinzini servieren ihre Würstel nicht nur mit Senf, sondern auch mit Schmäh und ein Besuch in der „Würstl Boutique Wilczek” und bei „Rinaldas Würstelstand” ist bei vielen Innenstadt-Besuchern Pflicht. Im Interview sprechen sie darüber, wie man Freund und Mitbewerber gleichzeitig sein kann, verraten woran sie sich selbst nicht satt essen können und beantworten die Glaubensfrage „siaß oder schoaf”.


Kurze Pause nach dem Mittagsgeschäft für Wolfgang Wilczek und Rinalda Pinzini im Eiscafé LaPiazza am Hauptplatz. Die beiden Traditionsunternehmer plaudern, scherzen und lachen und sie wirken nicht nur wie Freunde – sie sind es auch. „Wir haben uns 2004 kennengelernt und von Anfang an ausgemacht, dass wir nie streiten”, so Wolfgang Wilczek. „Wir haben vieles gemeinsam, aber jeder hat seine Spezialitäten und seine Kundschaft”, ergänzt Rinalda Pinzini. Nebst Pommes, Langos, Hotdog & Co gibt’s bei Rinalda auch Fisch und Meeresfrüchte – die Würstl Boutique ist wiederum berühmt für die gegrillten Käsekrainer. „Meine Eltern waren die ersten in der Stadt, die Würstel gegrillt und nicht nur gekocht angeboten haben”, so Wolfgang Wilczek.

Und wer von beiden würde im Eiscafé ein Käsekrainer-Eis bestellen? Wolfgang Wilczek lacht: „Das haben wir wirklich schon probiert! Aber es wird sich nicht durchsetzen vermutlich.”


Apropos Tradition: Wolfgang Wilczek führt das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Patricia bereits in 3. Generation – heuer wird das 65-jährige Jubiläum gefeiert. Und mit Sohn Mathias ist ab 1. September auch schon die 4. Generation am Start.

Rinalda Pinzini führt ihr Unternehmen, das ursprünglich als Pommesstand gegründet wurde, in 2. Generation.

Viele Jahre waren die beiden am Hauptplatz Nachbarn, bevor die „Würstl Boutique Wilczek” 2017 in den Marienmarkt integriert wurde und „Rinaldas Würstelstand” auf den Nepomuk-Platz übersiedelte.


Und woran können sich die beiden selbst nach Jahren im Würstel-Business nicht satt essen? Rinaldas Leibspeise ist ganz eindeutig der Leberkäse – für Wolfgang sind es Käsekrainer. Einig ist man sich aber in der Glaubensfrage, ob „siaß oder schoaf” und die klare Antwort lautet „schoaf”.

Aber – bei beiden ist die Kundschaft König, serviert wird, was schmeckt. Auch kuriose Bestellungen wie ein Langos mit Ketchup in der „Würstl Boutique“ oder ein Krapfen mit Leberkäse am „Würstelstand“. „Der Herr bestellt das jedes Jahr im Fasching und ich schau ihm jedes Jahr zu, wie er das isst, weil ich es kaum glauben kann”, lacht Rinalda.

Keine Kompromisse gibt’s aber bei der Qualität – eingekauft wird am liebsten regional.


Die Burger-Patties in der „Würstl Boutique“ kommen etwa vom Bio-Hof Kleinrath in der Buckligen Welt, sämtliches Gemüse wird beim Marienmarkt-Nachbarn „Obst Gemüse Jakob” eingekauft.


Rinalda Pinzini kauft ihre Wurstwaren regional bei den Fleischhauern ihres Vertrauens ein.

Und was ist das schöne an ihrem Job? „Das sind die Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben. Die Leute sind das schönste und gleichzeitig auch das schlimmste”, lacht Rinalda.
„Für mich ist das schönste, so viele Leute über Jahre zu kennen und zu begleiten. Kinder, die früher mit den Eltern zu uns gekommen sind, sind heute erwachsen und kommen selbst wieder mit ihren Kindern”, ergänzt Wolfgang.

Auch zahlreiche Promis aus Kultur und Politik haben beide schon bedient, aber am Tresen einer Würstelbude sind alle gleich, vom Arbeiter bis zur Oberärztin. Ganz so, wie es die österreichische Tradition will, die hier serviert wird. Und daran, dass bei Käsekrainer und Frankfurter alle zusammenkommen, wird sich auch nichts ändern, wenn es nach Wilczek und Pinzini geht. „Man geht hin, bestellt und isst und hat ein gratis Kabarett als Unterhaltung. Das kann kein Lieferdienst bieten”, so Rinalda. Und Wolfgang abschließend: „Wir sind froh, all das zu erleben. Ob es jetzt regnet oder schneit, wir sind da und bleiben es auch.”

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