Was verbindet ein Richtschwert aus dem Jahr 1682 und das Porträt Herzog Leopolds V.? Zwei Menschen aus Wiener Neustadt, die für diese besonderen Museumsstücke eine Patenschaft übernommen haben. Niko Klinger und Elisabeth de Stefani erzählen, was sie an „ihren“ Exponaten fasziniert – und warum sie sich dafür entschieden haben, ein Stück Stadtgeschichte unter den eigenen Schirm zu nehmen.
Museumsstücke erzählen die Geschichten von Menschen, Ereignissen und dem Leben in unserer Stadt im Lauf der Jahrhunderte. Elisabeth de Stefani und Niko Klinger haben mit einer Schirmherrschaft zwei solcher Stücke unter ihren Schutz genommen. Und so beginnt gelebte Stadtgeschichte nicht nur im Museum, sondern bei den Menschen.
Niko Klinger mit dem Richtschwert von 1682
„Ich interessiere mich für Geschichte, bin ein Liebhaber mittelalterlicher Waffen und Kampftechniken und darum habe ich sofort eine Schirmherrschaft abgeschlossen, als ich eigentlich zufällig auf der Museumsseite darüber gestolpert bin”, erzählt Niko Klinger. Der Wiener Neustädter ist Kampfkunstlehrer, Meister asiastischer Kampfkunsttechniken und publiziert in internationalen Fachmagazinen. Aber: „Wir schauen immer in die ganze Welt und sind fasziniert von den Wurzeln anderer Kulturen. Dabei vergessen wir oft auf unsere eigene Geschichte und Identität.”
Dass die Wahl für seine Schirmpatenschaft auf das Richtschwert aus dem Jahr 1682 gefallen ist, war also naheliegend. „Wir hatten selbst ausgefeilte Kampfkunsttechniken, nur weiß das heute kaum jemand. Mir ist es wichtig, einen Beitrag zu leisten, damit Objekte wie dieses Schwert für die Nachwelt erhalten bleiben.”
Elisabeth de Stefani mit „ihrem” Leopold V.
Elisabeth de Stefani ist Kulturvermittlerin in unserer Stadt und bei ihren Führungen lernen Interessierte natürlich auch unseren Stadtgründer Leopold V. kennen. „Dass ich eine Schirmherrschaft übernehme, stand für mich außer Frage. Aber ich hatte die Qual der Wahl, weil jedes einzelne Objekt ist es wert, erhalten zu bleiben.
Ich habe mich dann für Leopold entschieden, weil er einfach eine markante Persönlichkeit war. Ein Kosmopolit würde man heute sagen, der über Grenzen hinweg dachte. Für seine Zeit war er ein viel Reisender und in manchen Zügen finde ich mich selbst wieder.”
Gelebte Stadtgeschichte beginnt nicht nur im Museum, sondern bei den Menschen wie Niko Klinger und Elisabeth de Stefani. Fotos: Busy Shutters
Eine Schirmherrschaft für Ihr Lieblingsobjekt gibt es bereits ab 30 Euro pro Jahr – inklusive Gratiseintritt ins Museum St. Peter an der Sperr und eines symbolischen Schirms. Weitere Infos finden Sie unter www.museum-wn.at.
Elisabeth de Stefani und Niko Klinger mit Museumsleiterin Julia Schlager.
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