6 Fragen an den neuen MilAk-Kommandanten Philipp Ségur-Cabanac
It’s a Match! Die älteste Offiziersschmiede der Welt und der Spross einer Familie mit langer militärischer Tradition. Generalmajor Philipp Ségur-Cabanac (50) im Gespräch über die Theresianische Militärakademie – alte Werte, neue Pläne und seine Verbindung zu unserer Stadt.
Mit 01.01.2026 hat Philipp Ségur-Cabanac das Kommando der Theresianischen Militärakademie übernommen und ist nunmehr Chef von rund 820 Menschen. Er selbst sieht seine Position – und den Offiziersstand ganz allgemein – als Dienst an seinem Land und der Gesellschaft. Militärisches Geschick war ihm wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt, der Weg zum 44. Kommandanten war aber nicht zwangsläufig vorgezeichnet.
Kommando-Übergabe von Generalmajor Karl Pronhagl (rechts) an Philipp Ségur-Cabanac. Foto: Weller
Herr Ségur-Cabanac, Sie entstammen einer Familie, die seit vielen Generationen Militärs stellt. Ihr Vater war Generalleutnant, Ihr Großvater General, um nur zwei zu nennen. War es für Sie immer klar, dass Sie auch Offizier werden? Oder hätte es auch andere Berufswünsche gegeben?
„Das war nicht immer klar. Aber durch die Werte, die mein Vater und mein Großvater vorgelebt und verkörpert haben, wusste ich recht bald, dass ich Offizier werden möchte. Während meiner Einjährig-Freiwilligen-Ausbildung wollte ich noch Miliz-Offizier werden, dann hab ich mich aber doch für die Laufbahn als Berufsoffizier entschieden. Nach einem Semester Technische Mathematik an der Uni bin ich wieder zurück zum Bundesheer. Später habe ich dann noch berufsbegleitend Rechtswissenschaften studiert.”
Philipp Ségur-Cabanac mit einem Gemälde seines Ur-Großonkels Gottfried Freiherr von Banfield (1890-1986) im Rittersaal der MilAk. Der „Adler von Triest” war Marineflieger im 1. Weltkrieg und wurde für 14 Luftsiege mit dem Maria Theresia-Orden ausgezeichnet. (Foto: Busy Shutters)
Ein Offizier und Gentleman. Das ist ein Filmtitel und ein Verhaltenscodex aus dem amerikanischen Militärrecht. Gilt das heute noch? Und wenn Sie jungen Menschen ganz allgemein einen einzigen Rat geben könnten. Welcher wäre das?
„Der Verhaltenscodex für Offiziere ist zeitlos und geprägt vom dienenden Charakter dieser Position. Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein, Disziplin und Ehre, seinen Soldaten den Rücken freizuhalten, für andere einzustehen und sich nicht zu verkriechen, wenn es ungemütlich wird – dafür sollten Offiziere stehen. Mein Rat an junge Menschen ist etwas, das ich selbst von meinen Eltern mit ihren christlichen Grundwerten mit auf den Weg bekommen habe: Den Glauben suchen, finden und festigen und darauf aufbauen.“
Die MilAk steht als älteste Offizierschmiede der Welt für Tradition in einer sich wandelnden Welt. Als Offizier sind Sie natürlich auch selbst Absolvent. Wie haben Sie die MilAk zu ihrer Zeit, Mitte bis Ende der 1990er, erlebt? Und wie heute? Was war immer gleich und was hat sich doch verändert?
„Auch hier sind es wieder die Werte, Prägung und Erziehung, die zeitlos sind. Verändert hat sich hingegen die Struktur. Die zwei Säulen sind einerseits die Ausbildung zum Truppenoffizier und andererseits die akademische Ausbildung mit Bachelor-Abschluss. Im Vergleich zu meiner Zeit sind die Abläufe heute strukturierter zwischen Theorie und Praxis. Die MilAk wurde 1752 als Akademie gegründet, wie der Name schon sagt, als höchste Bildungsstätte. Auch das hat sich nicht geändert und wurde immer nur an die Bedürfnisse der Zeit angepasst.”
Der junge Ségur-Cabanac in den Jahrgangsbüchern am Gang der MilAk (Foto: Busy Shutters)
Was sind die Zukunftsthemen für die MilAk? Werden Sie den Weg Ihres Vorgängers puncto offene Militärakademie beibehalten?
„Die Öffnung durch Generalmajor Pronhagl im Zuge der Landesausstellung bleibt auf jeden Fall bestehen. Das heißt Interessierte können die Burg im Rahmen von Führungen besichtigen und es wird weiterhin Events gemeinsam mit der Stadt geben. Die Öffnung war ja mit der Gestaltung des Akademieparks auch schon im Sinne unserer Gründerin Maria Theresia. Prio ist aber natürlich die Ausbildung unserer Leute. Das Österreichische Bundesheer braucht mehr Offiziere. In den 2010er-Jahren hatten wir eine regelrechte Flaute. Der Trend konnte aber umgedreht werden und wir freuen uns jetzt über steigendes Interesse. Derzeit haben wir Jahrgangsstärken von 80 bis 100 Teilnehmern, Tendenz steigend.”
Sie sind u.a. Teilnehmer des 32. Jagdkommandogrundkurses und waren später 5 Jahre lang Kommandant. Was verbindet Sie noch mit Wiener Neustadt?
„Beruflich verbinden mich schon 13 Dienstjahre mit der Stadt. Meine Großeltern haben außerdem in jungen Jahren in der Akademie gewohnt. Mein Vater war ein Sandkastenfreund des heutigen Bürgermeisters Klaus Schneeberger, weil beide Väter beim Militär waren.”
Das Büro des Kommandanten: Die neue Wirkungsstätte von Philipp Ségur-Cabanac (Foto: Busy Shutters)
Was wünschen Sie sich heute, was die Leute später einmal über Ihr Kommando an der MilAk sagen sollen?
„Dass es mir gelungen ist, dem Österreichischen Bundesheer noch mehr gute und rechtschaffene Offiziere zur Verfügung zu stellen!”
Zur Person: Philipp Ségur-Cabanac wurde am 19. Juni 1975 in Wien geboren. Der Generalmajor ist verheiratet, Vater von 4 Kindern (2 Söhne, 2 Töchter) und lebt mit seiner Familie in Wien. Mehr Infos zur Geschichte der Familie und den militärischen Lebenslauf gibt’s auf der Website der MilAk.
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